Electronics² auf der EFX-Messe: Projekte früh richtig denken – von der Idee bis zur Serie

Im Gespräch mit Manfred Hois über Entwicklung, Prototyping, Industrialisierung und Fertigung im Electronics² Netzwerk
Ein Elektronikprojekt erfolgreich in die Serie zu bringen, beginnt lange vor der Fertigung. Bereits in der Entwicklung entscheidet sich, wie schnell eine Idee validiert werden kann, welche Auswirkungen technische Entscheidungen auf die spätere Produktion haben und wie sich Risiken bei Bauteilen, Lieferketten oder beim Serienanlauf frühzeitig reduzieren lassen.
Die EFX-Messe in Stuttgart bringt Fachleute rund um Elektronikentwicklung, Fertigung und zukunftsfähige Produktionskonzepte zusammen. Genau hier setzt Electronics² an, mit einem durchgängigen Leistungsangebot innerhalb der Kontron Gruppe von der Idee über Prototyping und Industrialisierung bis zur Serienfertigung.
Auf der EFX machen Kontron Electronics, KATEK und Kontron Automotive zentrale Kompetenzen des Electronics² Netzwerks erlebbar. Besucherinnen und Besucher können konkrete Projektfragen besprechen, von der ersten Schaltungsidee bis zu Fertigung, Teststrategie und Serienanlauf.
Herr Hois, warum ist Electronics² auf der EFX-Messe vertreten?
Manfred Hois:
Die EFX passt sehr gut zu unserem Ansatz, weil sie die entscheidende Frage in den Mittelpunkt stellt: Wie wird aus einer guten Idee ein erfolgreiches, zukunftsfähiges Serienprodukt? Die Herausforderung liegt nicht nur in der Entwicklung, sondern auch in der wettbewerbsfähigen Überführung in die Produktion. Deshalb betrachten wir bei Electronics² den gesamten Elektronik-Lifecycle, von der ersten Idee über Prototyping und seriennahe Validierung bis zur Serienfertigung. So machen wir Risiken früh sichtbar und schaffen die Grundlage für stabile, wirtschaftliche und skalierbare Fertigungsprozesse.
Wofür steht Electronics²?
Manfred Hois:
Electronics² steht für die Industrialisierung anspruchsvoller Elektronikprojekte. Dafür bündelt das Netzwerk die Kompetenzen der Kontron Gruppe entlang des gesamten Produktlebenszyklus zu einem durchgängigen Leistungsangebot. Von Entwicklung und Prototyping über Serienfertigung und Systemintegration bis hin zu Lifecycle-Support und globaler Präsenz.
Der besondere Mehrwert liegt im frühzeitigen Zusammenspiel aller Disziplinen. So werden Risiken früh sichtbar, Prozesse effizienter verzahnt und die Time-to-Market verkürzt. Grundlage dafür ist eine transparente, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Kunden.
Warum ist dieser integrierte Ansatz heute so relevant?
Manfred Hois:
Elektronikprodukte werden immer komplexer. Sie müssen nicht nur leistungsfähig, sicher und zuverlässig sein, sondern auch wirtschaftlich produzierbar. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Cybersecurity, Regulierung, Nachhaltigkeit, Materialverfügbarkeit und reliliente, globale Lieferketten.
Wenn Entwicklung und Fertigung zu spät zusammenkommen, entstehen unnötige Iterationen und Mehrkosten: Typische Herausforderungen liegen dabei in der langfristigen Verfügbarkeit von Bauteilen oder in Designs, die sich nur mit hohem Aufwand wirtschaftlich industrialisieren lassen.
Welche Unternehmen und Marken aus dem Electronics² Netzwerk sind auf der EFX vertreten?
Manfred Hois:
Auf der EFX zeigen Kontron Electronics, mit der Marke beflex für Rapid Prototyping, KATEK und Kontron Automotive, wie Electronics² die gesamte Wertschöpfungskette verbindet.
Kontron Electronics bringt kundenspezifische Elektronikentwicklung, Industrialisierung sowie Klein- und Mittelserien sowie eigene Produktlösungen in das Netzwerk ein; die Marke beflex steht für Rapid Prototyping und erste elektronische Baugruppen; KATEK steht im Netzwerk für High-Volume-Serienfertigung, stabile und automatisierte Prozesse sowie die wirtschaftliche Produktion hoher Stückzahlen. Dazu zählen auch Entwicklungsleistungen in den Bereichen Hardware, Software und Mechanik. Kontron Automotive erweitert das Netzwerk um umfassende Serienkompetenz für anspruchsvolle Elektroniklösungen, beispielsweise 5G Automotive Network Access Devices und 5G Industrial M.2-Kommunikationsmodule.
Was bedeutet das internationale Netzwerk für Kunden?
Manfred Hois:
Viele Unternehmen möchten Lieferketten widerstandsfähiger aufstellen und Abhängigkeiten reduzieren. Gleichzeitig müssen Kosten, Qualität, Lieferzeiten und lokale Marktnähe zusammenpassen.
Mit Standorten in Europa und Amerika sowie Ennoconn in Asien kann Electronics² unterschiedliche Marktanforderungen abdecken. Für international tätige Kunden entstehen zusätzliche Optionen: kürzere Wege, bessere Reaktionsfähigkeit und verlässliche Ansprechpartner in wichtigen Zielmärkten.
Welche Rolle spielt Security in modernen Elektronikprojekten?
Manfred Hois:
Security ist fester Bestandteil elektronischer Produkte. Vernetzte Systeme müssen zuverlässig funktionieren und zugleich gegen Cyberrisiken geschützt sein, von Architektur und Software über Hardware bis zu Produktion und Betrieb.
Gerade im Embedded-Bereich sollte Security früh berücksichtigt werden. Secure Boot, hardwarebasierte Verschlüsselung und gehärtete Systemarchitekturen helfen, Risiken bereits in der Entwicklung zu reduzieren. Gleichzeitig rückt auch die Produktionsumgebung stärker in den Fokus: Wenn Firmware, Zertifikate, kryptografische Schlüssel oder Geräteidentitäten während der Fertigung aufgebracht werden, müssen Prozesse, Zugriffe und Datenflüsse entsprechend abgesichert sein. ISO 27001 wird hierfür zunehmend relevant, weil der Standard der Informationssicherheit systematisch verankert – organisatorisch, technisch und entlang klar definierter Prozesse.
Auch regulatorisch wird das Thema konkreter: Seit dem 11. September 2026 gelten im Rahmen des Cyber Resilience Act bereits Meldepflichten für aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwerwiegende Sicherheitsvorfälle; vollständig anwendbar wird der CRA ab dem 11. Dezember 2027.
Was nehmen Besucherinnen und Besucher der EFX aus dem Gespräch mit Electronics² mit?
Manfred Hois:
Im Austausch mit uns erfahren sie, wie wir ihre Elektronikprojekte ganzheitlich, mit einem zentralen Ansprechpartner umsetzen können. Im Gespräch werden wesentliche Projektentscheidungen gemeinsam bewertet: fertigungsgerechtes Design, geeignete Bauteile, passende Prüfkonzepte sowie Auswirkungen auf Qualität, Kosten und Skalierbarkeit. Electronics² versteht DFM und DTC dabei als partnerschaftlichen Prozess, mittelständisch geprägt, praxisnah und mit dem Ziel, Produkte zuverlässig und wirtschaftlich in Serie zu bringen.
Wer mit einer Idee oder technischen Herausforderung zur EFX kommt, kann mit Electronics² direkt die nächsten Umsetzungsschritte besprechen.
Ein zusätzlicher Impuls folgt am Mittwoch, 07. Oktober, von 11:30 bis 12:00 Uhr in der EFX- Bar: Im Vortrag „5G – Von der Entwicklung über die Produktion zum Serienprodukt“ zeigt Kontron, wie 5G-Module von der Entwicklung bis zur Serie konsequent in Deutschland umgesetzt werden, mit besonderer Relevanz für Automotive- und Industrieanwendungen.
Fazit: Electronics² macht Elektronikprojekte serien- und zukunftsfähig