Kontron verbindet Einblicke mit Matt Inglis

In der heutigen, sich rasant entwickelnden Technologielandschaft revolutionieren IoT-Geräte die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten. Doch diese Transformation bringt eine Reihe einzigartiger Herausforderungen mit sich – von Sicherheitsbedenken und gesetzlichen Vorschriften bis hin zu Anforderungen an Nachhaltigkeit. Um diese kritischen Themen zu beleuchten, haben wir mit Matthew Inglis, einem erfahrenen Experten auf diesem Gebiet, gesprochen. Er teilt seine Einblicke in die Trends, die die IoT-Branche prägen, und erklärt, wie Kontron diese Herausforderungen mit innovativen Lösungen angeht.
Von der Auswirkung neuer Cybersicherheitsgesetze bis hin zur Bedeutung energieeffizienter Designs – Matt bietet wertvolle Einblicke in die Zukunft vernetzter Technologien und erläutert, worauf Unternehmen ihren Fokus legen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Tauchen wir ein in das Gespräch!
Redaktionsteam: Können Sie wichtige Erkenntnisse oder Trends in der Konsumtechnologie teilen, die Sie besonders interessieren?
Matthew: Zunächst einmal die Sicherheit. Im Bereich IoT, sowohl im Verbraucher- als auch im Industriesektor, passiert derzeit eine Menge. Was früher als Branchenrichtlinien und Best Practices galt, wird zunehmend gesetzlich vorgeschrieben.
Vor kurzem ist in Großbritannien ein Gesetz in Kraft getreten, das IoT-Geräte für Verbraucher betrifft. Diese Geräte, die mit dem Internet verbunden sind, müssen nun grundlegende Cybersicherheitsstandards einhalten. Beispielsweise dürfen sie keine Standardpasswörter mehr haben, die früher ein leichtes Ziel für Cyberkriminelle waren. Zudem müssen die Hersteller und Händler angeben, wie lange die Geräte unterstützt werden. Es muss auch eine Möglichkeit geben, Fehler direkt an die Hersteller zu melden. Dieses neue Gesetz (zusammen mit NIS2 in der EU) zeigt, wie Best Practices zunehmend zu gesetzlichen Anforderungen für Unternehmen werden.
Ein weiterer Schwerpunkt in der Branche ist Nachhaltigkeit und Energieeinsparung. Das ist natürlich ein drängendes Thema, das uns alle betrifft. Unsere Kunden möchten ihre Energiekosten senken, und die jüngsten hohen Energiepreise haben die Bedeutung von Energieeffizienz noch einmal unterstrichen. Viele dieser Maßnahmen zahlen sich mittlerweile von selbst aus.
RT: Was sind die zentralen Sicherheitsaspekte bei IoT-Geräten für Verbraucher?
Matthew: Einer der wichtigsten Punkte in Bezug auf Sicherheit, sowohl bei Verbraucher- als auch bei Industrie-IoT, ist die Wartung der Geräte. Das ist für einige unserer Kunden eine Herausforderung, da sie oft an traditionelle Entwicklungsmodelle gewöhnt sind – ein eingebettetes System wird entwickelt, gründlich getestet, für 15 Jahre verwendet und dann außer Betrieb genommen. Das funktioniert bei vernetzten Systemen nicht sicher, da Sicherheitslücken entstehen können.
Es ist entscheidend, die Software zu pflegen. Moderne IoT-Geräte sind komplex und enthalten oft eine Vielzahl von Open-Source-Paketen. Jedes dieser Pakete kann Sicherheitsprobleme haben, die als öffentliche Schwachstellen (CVEs) gemeldet werden. Diese müssen dann durch Software-Updates behoben werden, die auf die Geräte verteilt werden müssen. Und wie stellt man sicher, dass das Update funktioniert und nichts anderes beeinträchtigt?
Die IoT-Produkte von Kontron ermöglichen es, Updates aus der Ferne kontrolliert und sicher durchzuführen. Man kann diese zunächst an eine kleine Gruppe von Geräten ausrollen, die Ergebnisse prüfen und dann die Updates an die gesamte Flotte verteilen, während der Fortschritt und die Gesundheit der Geräte überwacht wird.
RT: Sind also vor allem Drittanbieter-Softwares verantwortlich für Sicherheitsprobleme?
Matthew: Das kommt auf die Situation an. Es gibt einen Branchenterm namens „Software Bill of Materials“ (SBOM). Dieser Begriff stammt aus der Hardware-Welt, wo es eine Liste aller Komponenten gibt, die für ein Produkt benötigt werden.
Diese „Software-Stückliste“ hat sich in den letzten Jahren entwickelt. Unternehmen haben möglicherweise keine SBOM für ihre Geräte und wissen daher nicht, was aktualisiert werden muss. Für die Wartung ist es eine gute Idee, den Software-Footprint so klein wie möglich zu halten, also unnötige Software zu entfernen und ein möglichst kleines Betriebssystem-Image zu erstellen. Das reduziert nicht nur die Angriffsfläche, sondern verringert auch die Anzahl der zu überwachenden Pakete.
Außerdem, wenn jemand auf ein Gerät zugreift, sollte man ihm möglichst wenige Werkzeuge bereitstellen, um weiter in das Netzwerk vorzudringen. Indem man unnötige Softwarepakete und Hilfsprogramme entfernt, erschwert man solche „Living off the Land“-Angriffe.
RT: Wie entwickeln sich Kontrons Lösungen, um sich an Branchenbedrohungen anzupassen?
Matthew: Wir sehen immer mehr physische Geräte, die verbunden werden, und genau darum geht es bei uns. Die OT- und IT-Welten waren bisher getrennt. Durch die Verbindung von Geräten mit dem Internet entstehen großartige Vorteile – erhöhte Transparenz, wertvolle Daten, proaktive Systeme, reduzierte Energiekosten, verbesserte Benutzererfahrungen – all das. Aber es gibt auch zusätzliche Sicherheitsbedenken.
Hier kommen die Lösungen von Kontron ins Spiel – mit einer Produktpalette, die Ihnen hilft, ein sicheres IoT-System aufzubauen und zu verwalten. Von unseren erstklassigen Gateways und Hardware-Modulen über sichere Betriebssystemlösungen bis hin zu flexiblen SaaS-Produkten für Gerätemanagement und Datenerfassung – bei uns finden Sie alles, was Sie brauchen, um eine großartige Lösung zu entwickeln und Ihren Kunden echten Mehrwert zu bieten.
Vielen Dank, Matthew, für diese großartigen Einblicke!
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Über Matthew Inglis – Vice President, Engineering
Matthew ist VP Engineering bei Kontron America in Seattle. Vor seinem Eintritt bei Kontron im Jahr 2023 war er VP Engineering bei Bsquare, einem IoT-Softwareunternehmen. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der Entwicklung von Softwareteams und der Erstellung eingebetteter Software- und Cloud-Systeme hat Matthew umfangreiche Erfahrung in vielen Branchen gesammelt, darunter Fertigung, Konsumelektronik und Automobil. Er hat einen Bachelor in Informatik und Echtzeitsystemen von der University of Gloucestershire in Großbritannien.